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Sehr geehrte Patientinnen, sehr geehrte Patienten,
auf diesen Seiten finden Sie Informationen zur Wirbelsäule.
Die Informationen sind in Unterkapitel gegliedert
Operationsverfahren
| Bei den operativen Verfahren unterscheiden wir sogenannte Zugänge von
hinten und von vorn. Bei Instabilitäten in den oberen HWS-abschnitten sollten Verfahren
mit hinterem Zugang mit Einschluß des Hinterhaupts Verwendung finden, wie sie uns
Brattström und in einer Modifikation Gschwend angegeben haben. Dabei wird dabei die
Fixation des Hinterhaupts durch 4 Bohrlöcher, durch die ein Cerclagendraht geführt wird,
vorgenommen und anschließend mit Knochenanlagerung stabilisiert. Wir verwenden hier
Direktentnahmen aus den hinteren Beckenanteilen oder Knochen aus unserer Knochenbank. |
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Bei isolierten Zerstörungen zwischen dem ersten und zweiten Halswirbel
wird das Hinterhaupt nicht in die Versteifung mit einbezogen. |
| Die Technik der transartikulären Verschraubung von Atlas und Axis nach
Magerl ist ebenfalls möglich, dies setzt jedoch gute knöcherne Verhältnisse voraus.
Diese Technik findet auch Anwendung, wenn durch die Zerstörung es zu erheblichen
Verschmächtigungen und Zerstörungen des Atlasbogens gekommen ist. |
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Läßt sich eine Reposition des Atlasbogens nicht erreichen, führen wir eine
Bogenresektion des Atlasbogens durch und eine Verschraubung des Okziputs mit
Plattenfixation über C2/C3, gelegentlich auch tiefer Bei exakter Indikationsstellung sind
die angegebenen Verfahren bei ausreichend früher Indikation ohne gesteigerte
Komplikationsrate, in einem späteren Stadium mit einer notfallmäßigen
Indikationsstellung muß mit höheren Komplikationen wegen der fortgeschrittenen
neurologischen Symptomatik und der weiteren Kompression durch das postoperative Ödem
gerechnet werden. Ziel der operativen Versorgung ist eine Stabilisierung des Kopf-Hals-
Übergangs, um so eine Kompression des Halsmarks mit den nachfolgenden neurologischen
Symptomen und Ausfällen zu vermeiden.
Diese Verfahren benötigen keine externe Fixation mit einem Halo oder einem
Gipsverband. Der Gipsverband wird sowieso schlecht von den Rheumapatienten wegen der
trophischen Störung der Haut toleriert. Gleiches gilt auch für die Halo-bodyjackets, die
trotz guter Anpassung, längere Zeit getragen, doch erhebliche Probleme bereiten. Die
äußere Abstützung mit einem Verband und einer zusätzlichen weichen Zervikalstütze
wird über die Wundheilung hinaus bis 6 Wochen postoperativ verordnet, danach kann die
Krawatte bis zur 12. Woche nur nachts getragen werden. Ab diesem Zeitraum ist mit einer
Stabilisierung der angelagerten Knochenmasse zu rechnen, so daß insgesamt eine stabile
Situation im Kopf-Hals- Übergang erreicht ist und auf eine Zervikalstütze verzichtet
werden kann. Nach Ablauf dieser Dreimonatsfrist ist mit einem
"Normalisierungsprozeß" im Bereich der Beweglichkeit der HWS zu rechnen, wobei
die Kopfgelenke ausgeschaltet sind. Die zusätzliche Funktion der Kopfgelenke kann dann
nur durch vermehrte Rotationsbewegungen der mittleren und unteren HWS ausgeglichen werden,
so daß hier den Patienten geraten werden muß, auf exzessive Bewegungen im Bereich der
Halswirbelsäule zu verzichten.
Langfristig ist durch die Stabilisierung des Kopf-Hals- Übergangs und der
darunterliegenden Halswirbelsäulensegmente eine dauerhafte Heilung im Sinne einer
Vermeidung der schwerwiegenden Folgen der atlanto-dentalen Luxation zu erreichen. Die
unmittelbare Gefährdung des Patienten durch eine hohe Querschnittslähmung kann somit
sicher vermieden werden. Rechtzeitig ausgeführt sind diese Eingriffe mit
genau gleichen Komplikationsraten belastet, wie sie auch bei der Versorgung peripherer
Gelenke auftreten, zusätzliche operationsspezifische Komplikationen treten bei
rechtzeitig ausgeführter operativer Versorgung dann nicht mehr auf. Insofern ist
der Eingriff als eine echte vorbeugende Maßnahme zu sehen. |