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Sehr geehrte Patientinnen, sehr geehrte Patienten,
auf diesen Seiten finden Sie Informationen zur Wirbelsäule.
Die Informationen sind in Unterkapitel gegliedert

 

Operationsverfahren

Bei den operativen Verfahren unterscheiden wir sogenannte Zugänge von hinten und von vorn. Bei Instabilitäten in den oberen HWS-abschnitten sollten Verfahren mit hinterem Zugang mit Einschluß des Hinterhaupts Verwendung finden, wie sie uns Brattström und in einer Modifikation Gschwend angegeben haben. Dabei wird dabei die Fixation des Hinterhaupts durch 4 Bohrlöcher, durch die ein Cerclagendraht geführt wird, vorgenommen und anschließend mit Knochenanlagerung stabilisiert. Wir verwenden hier Direktentnahmen aus den hinteren Beckenanteilen oder Knochen aus unserer Knochenbank.          wirbel1.gif (6495 Byte)
wirbel2.gif (6314 Byte) Bei isolierten Zerstörungen zwischen dem ersten und zweiten Halswirbel wird das Hinterhaupt nicht in die Versteifung mit einbezogen.
Die Technik der transartikulären Verschraubung von Atlas und Axis nach Magerl ist ebenfalls möglich, dies setzt jedoch gute knöcherne Verhältnisse voraus. Diese Technik findet auch Anwendung, wenn durch die Zerstörung es zu erheblichen Verschmächtigungen und Zerstörungen des Atlasbogens gekommen ist. wirbel3.gif (5488 Byte)

Läßt sich eine Reposition des Atlasbogens nicht erreichen, führen wir eine Bogenresektion des Atlasbogens durch und eine Verschraubung des Okziputs mit Plattenfixation über C2/C3, gelegentlich auch tiefer Bei exakter Indikationsstellung sind die angegebenen Verfahren bei ausreichend früher Indikation ohne gesteigerte Komplikationsrate, in einem späteren Stadium mit einer notfallmäßigen Indikationsstellung muß mit höheren Komplikationen wegen der fortgeschrittenen neurologischen Symptomatik und der weiteren Kompression durch das postoperative Ödem gerechnet werden. Ziel der operativen Versorgung ist eine Stabilisierung des Kopf-Hals- Übergangs, um so eine Kompression des Halsmarks mit den nachfolgenden neurologischen Symptomen und Ausfällen zu vermeiden.

Diese Verfahren benötigen keine externe Fixation mit einem Halo oder einem Gipsverband. Der Gipsverband wird sowieso schlecht von den Rheumapatienten wegen der trophischen Störung der Haut toleriert. Gleiches gilt auch für die Halo-bodyjackets, die trotz guter Anpassung, längere Zeit getragen, doch erhebliche Probleme bereiten. Die äußere Abstützung mit einem Verband und einer zusätzlichen weichen Zervikalstütze wird über die Wundheilung hinaus bis 6 Wochen postoperativ verordnet, danach kann die Krawatte bis zur 12. Woche nur nachts getragen werden. Ab diesem Zeitraum ist mit einer Stabilisierung der angelagerten Knochenmasse zu rechnen, so daß insgesamt eine stabile Situation im Kopf-Hals- Übergang erreicht ist und auf eine Zervikalstütze verzichtet werden kann. Nach Ablauf dieser Dreimonatsfrist ist mit einem "Normalisierungsprozeß" im Bereich der Beweglichkeit der HWS zu rechnen, wobei die Kopfgelenke ausgeschaltet sind. Die zusätzliche Funktion der Kopfgelenke kann dann nur durch vermehrte Rotationsbewegungen der mittleren und unteren HWS ausgeglichen werden, so daß hier den Patienten geraten werden muß, auf exzessive Bewegungen im Bereich der Halswirbelsäule zu verzichten.

Langfristig ist durch die Stabilisierung des Kopf-Hals- Übergangs und der darunterliegenden Halswirbelsäulensegmente eine dauerhafte Heilung im Sinne einer Vermeidung der schwerwiegenden Folgen der atlanto-dentalen Luxation zu erreichen. Die unmittelbare Gefährdung des Patienten durch eine hohe Querschnittslähmung kann somit sicher vermieden werden. Rechtzeitig ausgeführt sind diese Eingriffe mit genau gleichen Komplikationsraten belastet, wie sie auch bei der Versorgung peripherer Gelenke auftreten, zusätzliche operationsspezifische Komplikationen treten bei rechtzeitig ausgeführter operativer Versorgung dann nicht mehr auf. Insofern ist der Eingriff als eine echte vorbeugende Maßnahme zu sehen.


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