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Abteilung für Orthopädie und Rheumaorthopädie
Diakonie Krankenhaus, kreuznacher diakonie

Was ist Orthopädie?

Die Namensgebung "Orthopädie" führte Nicholas Andry im Jahre 1741 ein. Es war die Kombination der Wörter orthós = gerade und paidion = Kind , Sinnbild für den Patientenkreis der damaligen Orthopäden. Im Jahre 1780 wurde erstmals ein Spital gegründet, das sich ausschließlich mit der Behandlung des Klumpfußes befaßte. Die darauf folgende Entwicklung war mehr auf die konservative Behandlung von Fehlformen ausgelegt. Der Orthopäde war der "Fußarzt", der zudem kindliche Verformungen behandelte.

In der heutigen Zeit ist dieses Spektrum sicherlich nur noch ein Teil der Behandlungsmöglichkeiten des Orthopäden. Die Orthopädie befaßt sich mit der Untersuchung und Behandlung angeborener und erworbener Formveränderungen, sowie Funktionsstörungen, Erkrankungen und Verletzungen der Knochen, Gelenke, Muskeln und der dazugehörigen Nerven. Ziel der Behandlung ist die Herstellung oder Wiederherstellung der Leistungsfähigkeit der durch diese Leiden behinderten Menschen, ebenso die Schaffung der Voraussetzung für eine eventuelle Wiedereingliederung in das Berufsleben. Die Behandlungsmaßnahmen in der Orthopädie sind konservativ und operativ.

Am Anfang steht die sorgfältige Analyse und Untersuchung der vorhandenen Störungen, um Aufschluß über die Ursachen der Formveränderungen und Funktionsstörungen zu erhalten. Hierbei bedienen wir uns neben den manuellen Untersuchungstechniken im wesentlichen der diagnostischen Möglichkeiten, die uns die Röntgenabteilung (unter der Leitung von Herrn Dr. Zander) bietet. Neben normalen Aufnahmetechniken, Kontrastmitteldarstellungen, Funktionstechniken ist ein wesentlicher Bestandteil für die Funktionsdiagnostik der Wirbelsäule die Computertomographie.

In den Ursprüngen war die Orthopädie eine vorbeugende Medizin. Ihr Sinnbild, der gezügelte Baum, steht einmal für die Wuchslenkung, sowie auch die Stabilisierung fehlgeformter Gliedmaßen. Vorbeugende Maßnahmen, wie z. B. die Früherkennung und Behandlung, haben in der Orthopädie eine große Bedeutung. Frühzeitig erkannte Wirbelsäulenfehlbildungen und Hüftfehlbildungen, Hüftgelenksverrenkungen, zur Kleinkindzeit und im Säuglingsalter direkt behandelt, ersparen den Patienten später langwierige, zum Teil unter hohem technischen Aufwand durchzuführende operative Eingriffe, um die Gehfähigkeit zu erhalten. baum.gif (1260 Byte)

Dieser Bereich der Orthopädie hat auch heute noch seinen hohen Wert, obgleich durch die engmaschige Kontrolle unserer Kleinkinder, ein Rückgang dieser schweren Krankheitsbilder zu verzeichnen ist.

Die kindlichen Erkrankungen werden durch die Orthopädische Abteilung operativ versorgt, die prae- und postoperative Betreuung dieser Kinder erfolgt dann fachgerecht auf der Kinderabteilung (Dr. von Buch).

baum2.gif (2510 Byte) In den letzten zwei Jahrzehnten hat die Orthopädie dann eine stürmische Entwicklung durch neue Technologien erfahren. Die Orthopädie von 1970 ist durchaus nicht mehr zu vergleichen mit der Orthopädie von 1991. Dominierte noch Ende der 60 er Jahre die Gipsbehandlung und Wuchslenkung über Schienenapparate, so hat die operative Entwicklung in den 70er und 80er Jahren einen schwunghaften Aufstieg genommen. Mit dem "Zementieren" von Kunstgelenken in den 70er Jahren hat Sir John Charnley aus England erstmals eine feste Verankerung von Kunstgelenken möglich gemacht.

Die weitere Verbreitung dieses Verfahrens, die Verbesserung der Klimatechnik und der Narkoseverfahren machten diesen Aufschwung möglich. Gleichzeitig nahm in dieser Zeit die operative Korrektur von fehlgestellten Achsverhältnissen im Kindesalter bis ins hohe Alter einen schwunghaften Aufstieg. Operative Achskorrekturen (Umstellungsosteotomien) brachten in der anfänglich noch unsicheren Zeit der endoprothetischen Versorgung "vergleichbare" Ergebnisse.

Das Orthopädenbäumchen wurde zum korrigierten Orthopädenbaum -Sinnbild dieser Entwicklung in der Orthopädie. Die anfänglich noch überschwenglich durchgeführten Wachstumskorrekturen und Achskorrekturen im frühen Kindesalter haben sich mit den heutigen Erkenntnissen in der Orthopädie auf ein normales Maß "zurückkorrigieren" lassen. Die 80er Jahre, durch Überalterung der Bevölkerung, Bewegungsarmut, Zunahme der degenerativen Erkrankungen geprägt, wurden beherrscht durch eine wachsende Zahl rekonstruktiver Eingriffe. Nahezu alle Gelenke am menschlichen Körper lassen sich heute mit endoprothetischen Ersatzmöglichkeiten versorgen - nicht alle Versorgungsmöglichkeiten sind jedoch sinnvoll!

Nahezu 30 Jahre Erfahrung mit zementierten Prothesen haben auch die Nachteile dieser Verfahren erkennen lassen. Knochenzement ist ein Werkstoff, der altert, - die neueren Entwicklungen gehen in die Richtung, daß man versucht, die Zementiertechniken und Operationsverfahren zu optimieren und alternativ für den »jungen Menschen« zementfreie Prothesen einzubauen.


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Verein zur Förderung der Erforschung und Bekämpfung Rheumatischer Erkrankungen in der Orthopädie e. V. Bad Kreuznach