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Perioperative Behandlungskonzepte

Thromboseprophylaxe

Venöse Thrombosen, ihre fast obligaten Folgekrankheiten und Lungenembolien gehören zu den gefürchteten Komplikationen in der operativen Orthopädie. Die Häufigkeit der Thromboserate ist stark gekoppelt an die Art des Eingriffs, die Immobilisationszeit sowie die Gefäßrisikofaktoren. Je nach operativen Eingriffen und Immobilisationsnotwendigkeiten differenzieren wir den Einsatz der Thromboseprophylaxe.

Wichtige Säulen der Prophylaxe sind dabei:

  1. Physikalisch prophylaktische Maßnahmen - Frühmobilisierung - Lagerung und Bewegungsmaschinen -Behandlung - Bettgymnastik - Kompressionsstrümpfe
  2. Medikamentöse Prophylaxe - Präoperative Medikamenten-Anflutung(entzündungshemmend und schmerzsenkend) - Präoperativer Flüssigkeitsausgleich - Niedermolekulare Heparinprophylaxe

Thrombotische Komplikationen können auftreten bei

  • Gefäßwandläsionen,
  • Gefäßinhaltsstörungen,
  • Blutstromstörungen.

Kurze Operationszeiten durch konzentriertes Operieren, adäquates atraumatisches Operieren reduzieren den Faktor "Gefäßwandläsion" erheblich. Beim Faktor "Gefäßinhalt" spielt das präoperative Einstellen des Hämatokrits(Verhältnis Blutkörperchen zu Flüssigkeit) auf Werte um 30 Vol% eine sehr günstige Rolle Die Verlangsamung des Blutstroms wird dadurch verringert. Der Faktor "Blutströmung" wird wesentlich durch die Aktivität der Skelettmuskulatur bestimmt. Die Muskelpumpe muß aktiviert bleiben. Sofortiges isometrisches Training, Frühmobilisierung und sachgerechte Lagerung sind dabei wichtige Faktoren. Auch ein "Bewegungstraining mit Maschinen" beeinflußt den Blutstrom. Neben den physikalisch therapeutischen Maßnahmen sind die medikamentösen Prophylaxen ebenfalls entscheidend. Neben dem niedermolekularen Heparin sind der Volumenersatz mit "Verdünn- ungseffekt" und die Gabe von nichtsteroidalen Antirheumatika weitere antithrombotische Maßnahmen.
Allein durch die Wahl der Spinalanästhesie läßt sich die Thromboserate gegenüber der Allgemeinanästhesie fast halbieren.

Alle Maßnahmen begünstigen eine schnelle thrombosefreie Rekonvaleszenz. Mit zunehmender Eigendynamik der Patienten treten die medikamentösen hämodynamischen Beeinflussungen in den Hintergrund. Mit Vollbelastung wird auch die niedermolekulare Heparintherapie aufgehoben.


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Verein zur Förderung der Erforschung und Bekämpfung Rheumatischer Erkrankungen in der Orthopädie e. V. Bad Kreuznach