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Sehr geehrte Patientinnen, sehr geehrte Patienten,
auf dieser Seite finden Sie Informationen zum Kniegelenk.
Die Informationen sind in Unterkapitel gegliedert.
Allgemeine Informationen
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Der rheumatische Befall des Kniegelenks ist frühzeitig an
Schwellungen diagnostizierbar. Vorwiegend am oberen rand der Kniescheibe mit Ausdehnung
weit nach innen und außen sind Schwellungen als Schleimhautausstülpungen bei der
Untersuchung sichtbar. Schwellungen im Bereich der Kniekehle sind als Baker-Zyste bei
Erreichen gewisser Größendimensionen entlang des M. semimembranosus zu finden. |
Beugefehlstellungen sieht man häufig, da Patienten diese Position des Kniegelenks
aufgrund des intraartikulär größten Volumens zur Entlastung der Druckerhöhung
einnehmen. Instabilitäten werden in 83,4% durch die Ergußbildung und
Schleimhautwucherung mit Erweiterung des Kapsel-Band-Apparates verursacht.
| Daraus resultieren Überdehnungen der Weichteilstrukturen, die nach
Rückgang der entzündlichenVeränderungen zu einer relativen Instabilität führen. Aber
auch Zerstörungen an Knochen und Knorpel können eine Instabilität bedingen.Die
Valgusdeformität ist die häufigste Achsabweichung, meist kombiniert mit einer Flexions-
und Außenrotationsfehlstellung. Wesentlich seltener sind Varusfehlstellungen, die mit
einer Innenrotationsfehlstellung kombiniert sind. Diese Achsabweichung wurde bei 38,3%
diagnostiziert. In die Beurteilung des Kniegelenks muß eine Befundung der Hüft- und
Sprunggelenke mit einfließen, da eine enge funktionelle Wechselbeziehung zwischen Knie-
und Hüftgelenk auf der einen Seite, aber auch Knie- und Sprunggelenk auf der anderen
Seite vorhanden ist. |
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So werden Kombinationen einer hochgradigen Bewegungseinschränkung eines Kniegelenks
mit einer Versteifung des gegenüberliegenden Hüftgelenks für den Patienten enorm
behindernd sein, ein Aufstehen und Setzen wird ebenso unmöglich wie das Treppensteigen.
Derartige Befundkonstellationen müssen in das Therapiekonzept für die
Kniegelenkbehandlung einfließen. Eine Beweglichkeit im unteren Sprunggelenk ist
notwendig, um ein vorhandenes O- Bein oder X -Bein auszugleichen und somit eine volle
Belastung des Fußes zu gewährleisten.
Ein fixierter Spitzfuß bei Befall des oberen Sprunggelenks wirkt sich ebenfalls negativ
auf das Kniegelenk aus. Die rheumatisch-entzündlicheErkrankung und auch die Arthrose
zerstören Knorpel, Knochen, Kapsel-Band-Apparat sowie Sehnengewebe.
Davon betroffen sind alle Kniegelenksanteile. Beim Verlauf der Erkrankung unterscheiden
wir eine stabile, zur Versteifung neigende Form und eine instabile, eher zur Zerstörung
neigende Spontanentwicklung.
Zwischen diesen beiden Extremen sehen wir individuelle Verlaufsformen, die durch den Grad
der Krankheitsaktivität in ihrer Erscheinungsform geprägt sind. Bei stark zu
Ergußbildung neigenden Formen kommt es zur Ausbildung von beugeseitigen
Schleimhautausstülpungen, den Baker-Zysten. Durch einen Ventilmechanismus mit
Einwegpassage des Flüssigkeitflusses kommt es zu Größenausdehnungen dieser Zysten, die
bis weit nach unten an die Achillessehne reichen können. Ein spontanes Platzen solcher
Zysten führt zu einer akuten Schmerzsymptomatik, die eine tiefe Beinvenenthrombose
vortäuschen können.
Diese Diagnose läßt sich mit der Sonographie sehr schnell und sicher abklären.
Baker-Zysten können zu Druckschädigungen der vorbeiziehenden Nn. tibialis und peronaeus
communis führen mit entsprechenden motorischen Ausfällen und Taubheitsgefühlen. Eine
Kompression der Arteria poplitea geht mit dem klinischen Bild der Claudicatio
intermittens(Schaufensterkrankheit) einher. Eine Kompression der V. poplitea löst ein
Unterschenkel-Fuß-Ödem aus. Ferner müssen Lipome, Fibrome, Kniegelenkganglien oder
Aneurysmen der A.poplitea, popliteale Varizen und kalte tuberkulöse Prozesse abgegrenzt
werden. Neben Schmerz und Schwellung spielt beim rheumatischen Knie die Instabilität eine
wichtige Rolle, bedingt durch Elongation der Seitenbänder sowie Erweiterung des
Kapsel-Band-Apparates aufgrund von Schwellungen und Ergußbildung. Instabilitäten sind
durch Zerstörung des vorderen Kreuzbandes nicht selten . Eine Rückbildung der
gelenkübergreifenden, stabilisierenden Muskulatur (M. quadrizeps, ischiokrurale
Muskulatur) leistet der Instabilität weiter Vorschub. Größere Flüssigkeitsansammlungen
oder Schleimhautschwellungen im Bereich des oberenKnieabschnitts bzw. größere
Baker-Zysten sind der klinischen Untersuchung gut zugängig. Zur Objektivierung und
Verlaufskontrolle bietet sich die Sonographie als nicht invasiver und gut reproduzierbarer
Untersuchungsgang an |