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Sehr geehrte Patientinnen, sehr geehrte Patienten,
auf dieser Seite finden Sie Informationen zum Hüftgelenk
Die Informationen sind in Unterkapitel gegliedert.

 

Allgemeine Informationen

Krankheitsbilder der Hüftgelenke erscheinen eher wenig differenziert, lediglich die Zerstörungsmechanismen und Verläufe lassen Rückschlüsse auf ursprüngliche Erkrankungsformen zu. Angeborene Fehlbildungen führen zu Hüftverhältnissen mit verminderter Knochenanlage und später über die Fehlbelastung zur Hüftgelenkszerstörung. Nach jahrelanger Fehlbelastung sehen wir Zerstörungen der Knorpelbeläge und dann Knochenverännderungen , die für Verschleiß bei der Arthrose typisch sind. Die rheumatische Entzündung des Hüftgelenks tritt im Gegensatz zum Arthrosekrankengut in jeder Altersstufe auf. Nach abgelaufener Entzündung und schmerzbedingten Schonhaltungen sind starke osteoporotische Veränderungen am Knochen nachzuweisen. Das Auftreten hoch entzündlicher Gewebsstrukturen führt zu rasch knöchernen Zerstörung und gleichzeitig schmerzbedingt zur Inaktivierung der hüftübergreifenden Muskelgruppen. Wachstumsveränderungen und schmerzbedingte Inaktivierung führen dann bei der rheumatischen Koxitis zu Muskelfehlfunktionen. Im überwiegenden Teil kommt es dannin er Folgezeit auch zu Veränderungen der angrenzenden Knie- und Sprunggelenke.
Der Verlauf bei der dysplastischen(anlagebedingten) Form der Veränderung des ist an einen frühzeitigen, oftmals monartikulären Befall des Hüftgelenks gekoppelt.
Das erste Auftreten entzündlicher Schubaktivitäten kann bei rheumatischen Erkrankungen in den ersten Säuglingsmonaten sowie in der Kleinkindzeit bis hin zum Erreichen des 9. Lebensjahres erfolgen.
Bei der Protrusionsform unterscheiden wir eine sogenannte im Alter vorkommende und eine schon frühzeitig auftretende Form. Die frühe Form weist einen hohen Aktivitätsgrad und Einsetzen der Erkrankung um die Pubertät herum auf.
Eine zweite Form der Protrusionshüfte wird jenseits des 40. und 50. Lebensjahres gefunden. Diese senile Form ist stets mit dem Auftreten einer schweren Osteoporose vergesellschaftet. Als dritte Form läßt sich eine Zerstörungsform abgrenzen, die wahrscheinlich auf einem Verschluß der Blutgefäße im Bereich des Hüftkopfes zurückzuführen ist.
Klinisch wird diese Form gehäuft jenseits des 3. Lebensjahrzehnts angetroffen, häufig nach lang andauernden Cortisonmedikationen, so daß diese Erscheinungsform auch schon als Cortisondestruktionsmechanismus beschrieben wurde.
In der Gewebeuntersuchung erkennt man die Knorpel-Knochen-Zerstörung im Sinne der klassischen Nekrose. Auffallend ist, daß diese schweren Hüftdestruktionen relativ rasch vonstatten gehen.
Als letzter Typ läßt sich ein sogenannter De- oder Regenerationstyp beim Hüftgelenkbefall abgrenzen.
Dieser Krankheitsverlauf zeigt eine eher geringe Zerstörungstendenz. Es finden sich in diesem Krankengut vorwiegend Arthrosepatienten und ausgebrannte rheumatische Fälle. Als reaktive/rekonstruktive Veränderung sehen wir knöcherne Auflagerungen des Hüftkopfes an der Knorpel-Knochen-Grenze.


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Verein zur Förderung der Erforschung und Bekämpfung Rheumatischer Erkrankungen in der Orthopädie e. V. Bad Kreuznach