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Sehr geehrte Patientinnen, sehr geehrte Patienten,
auf dieser Seite finden Sie Informationen zum Handgelenk
Die Informationen sind in Unterkapitel gegliedert.
Allgemeine Informationen
Hauptversorgungsgebiet im Bereich der Handchirurgie ist in unserer Abteilung neben der
Behandlung der Engpaßsyndrome, der Fehlbildungen der postraumatischen Defomierungen
hauptsächlich die Versorgung der rheumatisch deformierten Hand.
Im Verlauf der chronischen Polyarthritis kommt es in ca. 2/3 der Fälle zu Veränderungen
im Handgelenkbereich. Der Ablauf des zerstörenden Prozesses gleicht dem in anderen
Gelenken mit Lockerungen der Kapsel-Band-Strukturen, Sehnen-, Knorpel- und schließlich
subchondralen Knochenzerstörung. Der Verlust der Handgelenkfunktion bedeutet für den
Rheumatiker oftmals eine schwerere Behinderung als der Verlust der Gehfähigkeit, wird er
in seinem Alltag doch noch hilfloser. Die Zerstörung der Hand ist zudem, durch
ästhetische Bedürfnisse und Vorstellungen in unserer Gesellschaft geprägt, für den
Patienten ein Grund weiterer sozialer Isolation. Das Fortschreiten der chronischen
Polyarthritis führt zwangsläufig schubweise zur weiteren Zerstörung des Handgelenks und
unbehandelt zum Verlust der Fingerfunktion.
Dabei steht das Schmerzereignis nicht unmittelbar im Vordergrund. Es besteht eine
erstaunliche Adaptationsfähigkeit des Rheumapatienten an diesen intervallartig, langsam
fortschreitenden Verfall der Handfunktion. Auch aus diesem Grund kommen Polyarthritiker
häufig zum Rheumaorthopäden zu einem Zeitpunkt, wenn präventive Maßnahmen nicht mehr
möglich sind. Die "Wait-and-see-Einstellung" sollte gerade bei der Beurteilung
der Arthritis des Handgelenks der Vergangenheit angehören. Das Handgelenk stellt für die
Gebrauchsfähigkeit der ganzen Hand eine Schlüsselfunktion dar.
Durch die Lockerung des Bandapparates wird das Ulnaköpfchen im Sinne eines
Klaviertastenphänomens zunehmend instabil.Um diesen zwangsläufigen Entwicklungen
derZerstörungen Einhalt gebieten zu können, sollte der Zeitpunkt des operativen
Eingreifens möglichst frühzeitig gewählt werden.
Präventive Verfahren könnendas Fortschreiten der Erkrankung verzögern. Gelingt es, die
Mittelhand zu stabilisieren, kann man von einer echten Vorbeugung sprechen, schreitet die
Zerstörung fort, sind nur noch rekonstruktive Maßnahmen möglich. Rekonstruktive
Verfahren zielen darauf, die Gelenk- und Sehnenfunktion wieder herzustellen oder zu
ersetzen. Mobilität und/oder Gebrauchsfähigkeit der Hand und des Handgelenks sollten
möglichst weitgehend erhalten werden. So z. B. zielt die Implantation einer Endoprothese
auf das Kriterium Mobilität, die Versteifung auf die Stabilität des Handgelenks. Der
rheumatische Befall des Handgelenks ist geprägt durch oftmals ausgedehnte Schwellung des
Handrückens, Schmerz- und Bewegungseinschränkung sind unmittelbare Folgen. |