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Sehr geehrte Patientinnen, sehr geehrte Patienten,
auf dieser Seite finden Sie Informationen zum Handgelenk
Die Informationen sind in Unterkapitel gegliedert.
Allgemeine Informationen
Neben den Handgelenken gehören die Fingergelenke zu den häufigsten von der
chronischen Polyarthritis befallenen Extremitätengelenken. Die synoviale Schwellung
manifestiert sich bereits frühzeitig an den Fingergrund- und -mittelgelenken.
Im Laufe der Erkrankung werden die Fingergelenke zu über 90% vom rheumatischen
Entzündungsprozeß betroffen, wobei die Fingergrund-(MCP)-Gelenke mit 80% häufiger als
die Fingermittelgelenke (PIP) mit 63% befallen sind. Entzündliche bzw. destruktive
Veränderungen der Fingerend-(DIP)-Gelenke werden wesentlich seltener angetroffen.
Radiologische destruktive Veränderungen lassen sich in 37% nachweisen. Neben dem
Gelenkefallsmustern darf die Bedeutung der Zerstörungen im Bereich der Sehnen und
Sehnenscheiden der Hand nicht vergessen werden.
Charakteristisch sind symmetrische synoviale Schwellungen der Fingergrund- und
-mittelgelenke. Die Gelenkkonturen der MCP-Gelenke sind beim Faustschluß verstrichen und
die Fingermittelgelenke spindelförmig geschwollen.
Beugesehenbefall
Der Beugesehnenscheidenbefall imponiert klinisch durch Schwellungen der Beugesehnen-
fächer mit tastbarer Verdickung und Krepitation in der Hohlhand. Diese
Sehnenscheidenverdickungen führen in Höhe des Karpaltunnels zum typischen Engpaßsyndrom
des N. medianus mit Kribbeln der Finger 1 bis 3, Nachtschmerz und Rückbildung der
Daumenballenmuskulatur.
Zusätzlich zur Nervenkompression führt die Sehnenscheidenentzündung der Beugesehnen zu
Verklebungen der Sehnen und Sehnenscheiden mit Behinderung des Sehnengleitmechanismus und
schmerzhaften Funktionsstörungen der Langfinger. Die Beugesehnenscheidenentzündung
führt auf Höhe der Fingergrundgelenke zum Bild des schnellenden Fingers mit
Streck-Beuge-Hemmung. Ursächlich für die Beugesehnenzerreißung ist eine direkte
Sehnenschädigung durch die infiltrierende Schleimhautanteile, die zu einer Auffaserung
der Kollagenfaserbündel mit Sehnennekrosen führt.
Neben der Gelenkentzündung sind es die Gelenkdeformierungen der Finger, die ins Auge
springen. Eine der häufigsten Fehlstellungen ist das ellenseitige Abweichen der Finger
mit erheblichem Funktionsdefizit hinsichtlich Faustschluß, Breitgriff und Spitzgriff. Die
zweithäufigste rheumatische Fingerdeformität ist die Knopflochdeformität. Die
Funktionseinbußen durch die Knopflochdeformität sind häufig nur gering, da lange Zeit
wichtige Fingerfunktionen wie der Faustschluß erhalten bleiben und Spitz- und Breitgriff
dank der Überstreckung des Fingerendgelenks möglich bleiben. Erst bei fortschreitender
Beugefehlstellung der PIP-Gelenke wird insbesondere der Breitgriff und später auch der
Faustschluß gestört.
Wesentlich einschneidendere Funktionseinbußen resultieren aus der
Schwanenhalsdeformität. Funktionell bedeutet die Schwanenhalsdeformität, insbesondere
des 3. und 4. Strahls, eine hochgradige Gebrauchsunfähigkeit der Hand. Besonders
einschneidend für den Patienten ist das Faustschlußdefizit, der Breitgriffverlust und
die eingeschränkte Spitzgriffunktion.
Differentialdiagnose
Abzugrenzen von den chronisch-entzündlichen Fingergelenkerkrankungen sind die sog.
Fingergelenkpolyarthrosen. Der Befall der Fingerendgelenke steht dabei im Vordergrund mit
Knötchenbildung, den sog. Heberden-Knoten. |